Es war einer dieser Momente, bei denen man kurz nochmal hinschaut, weil man sicher sein will, dass man sich nicht verlesen hat.
Am 25. Juni 2026 hat Apple seinen Online Store für etwa eine Stunde vom Netz genommen und als er wiederkam, waren die Preise, nunja… andere. Zwiebelleder-Geldbeutel nach dem Kauf ist jetzt angesagt! (beim rein schauen kommen einem die Tränen)
Betroffen sind unter anderem das iPad Air, iPad Pro, MacBook Air, MacBook Neo, MacBook Pro, Mac Studio, Mac mini, iMac, HomePod, HomePod mini und Apple TV 4K. Stand jetzt: iPhone und Apple Watch blieben zunächst außen vor. „Zunächst“ ist dabei das entscheidende Wort. Dazu gleich mehr.
Was konkret teurer geworden ist:
Die Preiserhöhungen sind keine homogene Hausnummer, sondern variieren je nach Produkt erheblich, man könnte auch sagen „schmerzhaft“.
Das MacBook Neo kostet in seinen beiden Konfigurationen jeweils 100 Euro mehr: Die Einsteiger-Variante mit 256 GB kostet statt 699 Euro nun 799 Euro. Das MacBook Air M5 ist um mindestens 200 Euro teurer geworden, die Einstiegskonfiguration stieg von 1.199 auf 1.399 Euro. Der iMac steigt auf 1.799 Euro, nachdem er seit seiner Vorstellung im November 2024 durchgehend 1.499 Euro gekostet hatte.
Richtig ins Eingemachte geht es beim Mac Studio: Beim Mac Studio sind die Preiserhöhungen „saftig“, denn die Konfiguration mit dem M3 Ultra ging von 4.999 auf 6.999 Euro. Das ist eine Preissteigerung von 40 Prozent. Im Schnitt haben sich die Preise für Macs um 12 bis 16 Prozent erhöht, je nach Modell und Generation.
También bei den iPads sieht es nicht besser aus: Beim iPad Air sind die Einstiegspreise um 150 Franken/Dollar/Euro teurer geworden. Das iPad Pro kostet durchgehend 200 Franken/Dollar/Euro mehr, die 2-TB-Modelle sogar 300 Franken/Dollar beziehungsweise 340 Euro. Und das, obwohl das iPad Air M4 erst im März 2026 eingeführt wurde. Man kauft also buchstäblich dasselbe Gerät – nur teurer.
Beim Apple TV 4K wird es fast schon absurd: Das 64GB Wi-Fi Modell stieg von 149 auf 199 Franken ein Preisanstieg von einem Drittel.
Die offizielle Begründung: KI frisst den Speicher
Apple erklärt, dass das Unternehmen die Preise aufgrund des anhaltenden Mangels an Speicherchips angehoben hat. Dieser Engpass sei auf den Ausbau von Rechenzentren mit leistungsstarken KI-Servern zurückzuführen, was zu drastisch steigenden Preisen für RAM- und SSD-Speicherchips geführt hat.
Im offiziellen Statement heißt es dazu sinngemäß: „Wir haben noch nie erlebt, dass die Preise für Komponenten so stark und so schnell gestiegen sind. Bislang haben wir unsere Kunden vor diesen Preiserhöhungen geschützt, aber nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir die Preise für eine Reihe von Produkten anheben müssen.“
Die Argumentation ist nicht komplett aus der Luft gegriffen. Dass KI-Rechenzentren massiv Speicherkapazitäten aufkaufen und damit den Markt für alle anderen verknappen, ist ein reales Phänomen. Trotzdem darf man das Statement gerne mit ein bisschen gesunder Skepsis lesen. Apple ist nicht irgendein Unternehmen, das knapp bei Kasse ist. Die Margen sind traditionell komfortabel, dass ausgerechnet ein Apple TV 4K um 33 Prozent teurer wird, weil KI-Rechenzentren RAM kaufen, wirft Fragen auf.
Apple ist allerdings nicht das erste und einzige Unternehmen, das die Preise anhebt. Auch Microsoft, Samsung, Lenovo, HP, Dell und weitere Hersteller haben bereits vorab erhöht oder schnell nachgezogen. Das ist zumindest ein Hinweis, dass es sich um ein branchenÂweites Problem handelt und nicht nur um eine Gelegenheit für Cupertino.
Was als nächstes kommt
Die Formulierung „beginnen müssen“ in Apples Statement lässt darauf schließen, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Anpassungen folgen werden. Gut möglich, dass Apple im Herbst parallel zur Einführung neuer iPhone- und Apple Watch Modelle die Preise auch für diese Produkte anhebt.
Für das iPhone 18 Pro gibt es bereits erste Einschätzungen die zumindest nicht das Worst-Case-Szenario malen. Die kommende Preiserhöhung bei iPhones wird sich nach Schätzungen im Bereich von zwanzig Prozent bewegen. Nicht schön, aber angesichts der aktuellen Entwicklung auch nicht überraschend.
Was das für Kaufentscheidungen bedeutet
Wer gerade mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Apple-Gerät zuzulegen, hat keine einfache Entscheidung vor sich. Auf Vorrat kaufen ist selten eine gute Idee; das gilt hier genauso. Wer ein MacBook Air oder iPad Air wirklich jetzt braucht, sollte nicht auf deutlich günstigere Preise in nächster Zeit hoffen. Apples Aussage, man arbeite „unermüdlich an Lösungen“, deutet zwar darauf hin, dass die Preise irgendwann wieder sinken könnten. Nur ob/wann das wäre, weiß aktuell niemand.
Wer hingegen auf ein iPhone 18 Pro oder eine neue Apple Watch wartet: Entweder jetzt noch schnell zum aktuellen Preis zugreifen oder akzeptieren, dass die Herbst-Keynote dieses Jahr nicht nur neue Hardware, sondern auch neue Preisschilder mitbringt.
TL:DR
Es ist wie es ist. Apple hat die Preise lange stabil gehalten, was in einem Umfeld mit allgemeiner Inflation und Lieferkettenproblemen durchaus bemerkenswert war. Dass jetzt die Rechnung kommt, überrascht niemanden wirklich. Sagen wir es so: Nur das Ausmaß ist an einigen Stellen schon wie Eingangs erwähnt „schmerzhaft“. 40 Prozent beim Mac Studio ist kein „Preisanpassung“, das ist ansonsten gleich mal ein anderes Gerät.
Interessant wird es im Herbst. Wenn das iPhone 18 tatsächlich mit einem Aufschlag von bis zu 20 Prozent kommt, wird das eine andere Diskussion auslösen als ein paar teurere HomePods. Das iPhone ist für Apple das Massenprodukt. Für viele Nutzer vllt. sogar die einzige Apple-Hardware, die sie je anfassen. Mal sehen, wie die Reaktion darauf dann ausfällt.