Si el smartphone de tu hija muere lentamente. Una lección en varios actos

Es ist Sommer. Die Sonne knallt. So richtig mit Wucht. Und in meinem Haushalt gibt es gerade ein sehr lehrreiches Experiment darüber, was passiert, wenn man einem Teenager erklärt, dass Elektronik Hitze nicht mag. Spoiler: Das Experiment läuft nicht gut.

Aber von vorne.

Der Kauf

Vor zwei Wochen musste es unbedingt ein iPhone 13 sein. Günstigst. Gebraucht. Weil ohne iPhone bist du ja nur ein halber Mensch, das weiß jede 15-Jährige. Nun ja.

Das besagte Gerät hatte bei näherer Betrachtung eine Vorgeschichte, die man eigentlich als Warnsignal hätte lesen können: kein Original-Display, kein Original-Akku. Also Austauschteile unbekannter Herkunft und Güte. Und, das Sahnehäubchen: irgendwo in seiner bewegten Vergangenheit hatte das Gerät sich entschieden Baptist zu werden, als es Bekanntschaft mit einer Toilette gemacht hat.

Kauf fand dennoch statt. Weil ohne iPhone bist Du ja nur ein halber Mensch. (sagt das Pubertier)

Tja.

Der aktuelle Zustand

Das Gerät bootet random in eine Recovery-Schleife und fühlt sich dabei so an, als würde es gerade einen Espresso kochen. Nicht ideal.

Und hier kommt der lehrreiche Teil, denn das ist kein Zufall. Heise fasst es schön zusammen: Smartphones und Tablets können ihre Wärme im Inneren nur passiv über ihr Gehäuse abführen. Wenn die Umgebungsluft sehr warm ist, funktioniert diese Kühlung nicht mehr. Um Schäden zu vermeiden, drosseln die Prozessoren jenseits von etwa 35 Grad zB. die Taktrate, die Leistung sinkt.

Das klingt nach einem kontrollierten, gutartigen Prozess. Ist es im Normalfall auch. Aber unser Patient hier ist kein Normalfall.

Warum das hier anders ist

Ein originaler Akku in einem ordentlichen iPhone 13 kommt mit Hitze leidlich zurecht. Ein Drittanbieter-Akku unbekannter Herkunft in einem Gerät mit Wasserschaden-Geschichte ist eine andere Sache. Die Wohlfühltemperatur von Akkus liegt zwischen etwa 10 und nicht ganz 30 Grad. Bei hoher Belastung in sehr warmer Umgebung geht die Akkutemperatur schnell über diesen Bereich. Erreicht sie über 50 Grad, schalten sich viele Geräte mit einem Warnhinweis ab oder sperren zumindest den Zugriff.

Eine zufällige Recovery-Boot-Schleife bei einem Gerät, das sich heiß anfühlt und einen Ersatzakku hat? Das klingt stark nach einem Akku, der unter Stress instabile Spannungen liefert und damit dann das iOS in die Knie zwingt. Recovery Loop ist oft genau das: die Firmware merkt, dass etwas mit der Stromversorgung nicht stimmt, und kommt nicht mehr hoch.

Das Wasserschaden-Thema macht es dabei nicht besser. Kondenswasser führt im schlimmsten Fall zu einem Kurzschluss auf der Platine. Viele Hersteller verweigern dann pauschal die Reparatur unter Garantie, weil sie einen Wasserschaden annehmen. Bei einem Gerät, das bereits einen Wasserschaden hatte, können Hitzezyklen alte Korrosionsschäden auf der Platine reaktivieren, die im Alltag unauffällig waren.

Was man jetzt tun kann? Nun ja…

Grundsätzlich natürlich folgendes: Falls ein Smartphone zu großer Hitze ausgesetzt wurde: aus der direkten Sonne nehmen, Handyhülle entfernen, ausschalten. Falls ein Ventilator in der Nähe ist, das Smartphone in den Luftstrom stellen. Auf eine kühlere Oberfläche legen, damit die Wärme besser entweicht, kühle Metalloberflächen im Schatten transportieren die Wärme schneller ab.

Was man nicht tun sollte: Ein überhitztes Smartphone in den Kühlschrank legen. Dabei entsteht möglicherweise Kondenswasser im Inneren des Geräts, egal ob mit einem wasserdichten Gehäuse oder ohne. Kondenswasser führt im schlimmsten Fall zu einem Kurzschluss auf der Platine.

Bei unserem speziellen Kandidaten hier würde ich das Gerät erst mal komplett abkühlen lassen und dann schauen, ob es stabil bootet. Falls der Recovery-Loop auch bei Zimmertemperatur weiterläuft, ist der Ersatzakku der wahrscheinlichste Kandidat und müsste erneut ausgetauscht werden. Diesmal idealerweise mit einem Bauteil, das irgendeiner Qualitätskontrolle standhält.

Das eigentliche Fazit

Hitze ist für jedes Smartphone ein Stressfaktor. Für ein gesundes, originales Gerät ist das meistens kein Drama. Für ein iPhone 13 mit Drittanbieter-Akku, Drittanbieter-Display und einer Wasserschaden-Vorgeschichte ist Sommer im Grunde ein Überlebenstest.

TL:DR

Der Gerät hat ihn gerade nicht bestanden. 🙁

Die 15-Jährige findet das übrigens unglaublich unfair. Das Telefon habe ja vorher den ersten Tag lang funktioniert. Und es war günstig. Das stimmt sogar, aber „hat vorher funktioniert“ ist bei Gebrauchtgeräten mit der Vorgeschichte dieses Exemplars halt nicht soooo belastbar. Okay, es hat funktioniert! Bis jetzt.

Tja.


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