39C3 come relazione annuale

Was für ein Jahresabschluss! Während die meisten Menschen zwischen den Jahren im „Raclette-Koma“ versinken, hat sich die Hacker-Community in Hamburg zum 39C3 getroffen. Unter dem Motto „Power Cycles“ wurde das CCH (Congress Center Hamburg) vom 27. bis 30. Dezember 2025 wieder zum Epizentrum für Technik, Politik und digitale Utopien.

Hier ist dein Deep Dive in das Chaos falls du es verpasst hast oder einfach nochmal in den Erinnerungen schwelgen willst.

Das Motto: Power Cycles

Nach den großen Comebacks der letzten Jahre ging es diesmal um den Rhythmus: Power Cycles. Das steht einerseits für das klassische „Ausschalten und neu Starten“ (die ultimative Lösung für jedes IT-Problem), aber auch für gesellschaftliche Kreisläufe, Machtstrukturen und die Frage, wie wir Systeme nachhaltig umbauen können.

Der Ablauf: Vier Tage im „Congress-Time“-Modus

Der Congress folgt seinem ganz eigenen Biorhythmus. Zeit ist hier relativ:

Tag 1 (Ankunft & Opening): Das CCH füllt sich mit Blinklichtern, Mate-Kisten und rund 16.000 „Wesen“. Die Opening Ceremony setzte den Ton: kritisch, optimistisch und ein bisschen chaotisch.

Tag 2 & 3 (Deep Dive): Der absolute Content-Overload. In bis zu fünf parallelen Tracks liefen Vorträge von Hardware-Hacking bis hin zu politischem Aktivismus.

Tag 4 (Abschluss & Aufbruch): Während draußen schon die Silvesterböller knallten, wurde drinnen beim „Closing“ Bilanz gezogen; Tränchen in den Augen inklusive, bevor das große Abbauen begann.

Die Highlights: Was hängen geblieben ist

Es gab über 170 Vorträge, aber ein paar davon haben den Congress besonders geprägt:

Die Känguru-Revolution: Marc-Uwe Kling und Linus Neumann im humorvollen, aber messerscharfen Schlagabtausch über digitale Unabhängigkeit. Ein absolutes Muss für die gute Laune.

Cory Doctorow: Der Altmeister der Netzkritik sprach über ein „post-amerikanisches, Enshittification-resistentes Internet“. Wie immer unterhaltsam, scharfzüngig und ein Weckruf gegen die Plattform-Monopole.

Meredith Whittaker (Signal): Gemeinsam mit Udbhav Tiwari warnte die Signal-Chefin vor dem KI-Hype. Ihr Punkt: „AI Agent, AI Spy!“ Wir müssen aufpassen, dass KI nicht zum ultimativen Überwachungstool wird.

Security Nightmares 39C3: Frank Rieger und Ronen Steinke blicken auf das IT-Sicherheitsjahr zurück. Informativ, gruselig und wie immer sehr unterhaltsam.

Hardware-Hacking vom Feinsten: Von „Asahi Linux“ (Linux auf Apple Silicon) bis hin zu einem Hacker, der eine alte französische TV-Box nach zehn Jahren Arbeit endlich gerootet hat, um DOOM darauf zu spielen. Klassisch!

Die „Chaos-Kinder“: Besonders schön war dieses Jahr der Fokus auf den Nachwuchs. Junge Hacker (teilweise erst 11 Jahre alt!) hielten Vorträge darüber, warum Chatkontrolle ihre Generation nicht schützt, sondern gefährdet.

Neuroexploitation by Design: Ein tiefer Blick in die Abgründe von Algorithmen in Glücksspielprodukten, augenöffnend und wichtig.

Infrastructure Review: Wenn du wissen willst, wie man für 16.000 Hacker stabiles WLAN, Telefonie und Strom im CCH bereitstellt. Nerdtum pur!

Die zentrale Quelle: media.ccc.de

Die absolute Goldgrube für alle Aufzeichnungen ist und bleibt das offizielle Portal des Chaos Computer Clubs. Hier findest du nicht nur die Videos in Top-Qualität, sondern auch die verschiedenen Tonspuren (Original, deutsche Übersetzung, englische Übersetzung).

Pressestimmen: Das sagen die anderen

Der 39C3 hallte auch in den klassischen Medien ordentlich nach:

Spiegel Online: „2025 hat drastisch vorgeführt, wie abhängig Europa von US-Techkonzernen ist. Der 39C3 zeigt Wege zu echter digitaler Souveränität auf.“

taz: „Man ist hier froh über den Nachwuchs. Der Saal jubelte lauter als bei den Tech-Milliardären, als die Jugendlichen ihre Alternativen zu Big Tech präsentierten.“

Netzpolitik.org: „Vier Tage, die Mut machen. In Zeiten von Überwachung und Rechtsruck bietet der Congress praktische Tipps, um demokratische Räume zu stärken.“

Fazit: Systemneustart geglückt?

Der 39C3 war mehr als nur eine Tech-Konferenz.

Er war ein notwendiger Power Cycle für die eigene Motivation. In einer Welt, die sich politisch und technologisch immer schneller dreht, bietet der Congress den Raum zum Innehalten, Reflektieren und – ganz wichtig – zum gemeinsamen Basteln an einer besseren Zukunft.

Nehmt die Energie (und vermutlich die eine oder andere leichte „Congress-Grippe“) mit ins neue Jahr. See you at 40C3!