30 años de Quake: Bucles de tiempo, nuevos mapas y mucho QuakeCON

Manche Sachen werden mit 30 gemütlicher. Quake nicht. Während andere Dreißigjährige über Rückenschmerzen und Steuererklärungen jammern, bekommt der Ranger zum Geburtstag eine Zeitschleife voller Nightmare-Maschinen um die Ohren gehauen und ich finde, das ist genau die Energie, die wir 2026 brauchen.

Grund zum Feiern gibt’s gleich doppelt: Quake selbst wurde am 22. Juni 1996 veröffentlicht und ausgerechnet die QuakeCon (DAS Bring-Your-Own-Computer-Familientreffen der PC-Gaming-Welt) gibt es seit genau demselben Jahr. Beide werden also parallel 30, und id Software feiert das gerade in Texas mit einer vier Tage langen LAN-Party, die noch bis Sonntag läuft (6.–9. August, Gaylord Texan Resort & Convention Center in Grapevine).

Über 10.000 registrierte Teilnehmer schleppen dafür ihre Rechner in ein Hotel. Eine geliebte Tradition, selbst als es noch Röhrenmonitore waren, die man dafür ins Auto wuchten musste. Damit Ihr jetzt nicht bis Texas müsst, schaut euch gern den Bethesda Youtube Live Kanal an, zB dieses 2Std Panel Video:

Das Geburtstagsgeschenk: Dawn of the Machine

Der eigentliche Knaller kam schon zur Eröffnung: Quake: Dawn of the Machine, eine komplett kostenlose neue Kampagne von MachineGames und id Software, die pünktlich zum Auftakt der QuakeCon live ging. 19 neue Karten, zusammenhängend erzählt, mit eigenem Hub-Bereich, neuem Soundtrack, einer zusätzlichen Deathmatch-Map und jeder Menge Geheimnissen zum Aufspüren.

Die Story ist herrlich Quake-typisch abgedreht: Der Ranger steckt in einer Dimension fest, die von einer endlosen Illusion beherrscht wird, und erlebt immer wieder dieselben brutalen Ereignisse inklusive des eigenen Ablebens, mehrfach. Der einzige Ausweg führt zur sogenannten Nightmare Machine, deren Zerstörung den Kreislauf angeblich endlich durchbrechen soll. Klingt nach gutem Grund, mal wieder die Nagelpistole auszupacken.

Richtig clever wird’s bei der Levelstruktur: Bestimmte Bereiche der Kampagne besucht man mehrfach, aber jedes Mal hat sich was verändert! Neue Routen, neue Gegner, frisch zugängliche Geheimbereiche. Yeah! Mit sogenannten Runen schaltet man sich neue Wege frei, und gefundene Gesundheits- und Munitionsupgrades bleiben über die Runs hinweg erhalten. Man wird also mit jeder Schleife stärker, während sich gleichzeitig zwischen wechselnden Dimensionen hin- und herwarpen lässt, um Rätsel zu knacken oder versteckte Ecken zu finden. Selbst Gegner können nach ihrem Tod zurückkehren oder sich verändern. Auf etablierte Taktiken sollte man sich also lieber nicht zu sehr verlassen.

Frisches Fleisch für die Motorsäge gibt’s auch: Varianten von Rocket Ogre, Demo Dog und Blood Shambler mit mehr Feuerkraft und fiesen, explosiven Fallenangriffen. Und ins Waffenarsenal wandern die Super Axe, die bei Kombo-Treffern Blitze rausschleudert, sowie die Laser Cannon, deren Projektile hübsch unsportlich von Wänden abprallen, um Gegner auch mal von hinten zu erwischen.

Nebenbei gab’s noch ein ordentliches technisches Update: überarbeitete Interpolation für weniger Inputlag und eine Kamera, die der Waffe nicht mehr sichtbar hinterherhinkt, unabhängig schaltbares Weapon-Bobbing, entfernte Schattenberechnung bei Hell-Knight-Projektilen und begrenzte Schattenlichter bei vielen gleichzeitig feuernden Enforcern für mehr Performance. Auf der PS5 wurde außerdem ein Bug gefixt, bei dem Waffen in „Scourge of Armagon“ weder vibriert noch über den Controller-Lautsprecher Sound ausgegeben haben.

Verfügbar ist „Dawn of the Machine“ kostenlos für alle, die Quake bereits besitzen auf Xbox Series X|S, Xbox One, Microsoft Store, Game Pass, PC Game Pass, Steam, PS5, PS4, Switch und Switch 2 (über Abwärtskompatibilität). Nur GOG und Epic Games Store gucken aktuell noch in die Röhre, denn hier fehlt der Content, was bei Einladungsversuchen zu Steam- oder Konsolenfreunden gerne mal die etwas beunruhigende Meldung „Disconnected from servers“ auswirft. Keine Panik, laut Bethesda ist da niemand gesperrt, die Inhalte sind dort schlicht noch nicht angekommen.

Party mit einem Wermutstropfen

Ganz so unbeschwert, wie eine 30er-Feier klingen sollte, ist die Stimmung auf der QuakeCon dieses Jahr allerdings nicht. Nur rund vier Wochen vor dem Event hat Microsofts Xbox-Sparte im Zuge einer größeren Umstrukturierung etwa 136 Stellen bei id Software gestrichen, das entsprach ungefähr der Hälfte des Studios. id Software selbst bestätigte die Einschnitte und ordnete das verbleibende Team größenmäßig etwa dort ein, wo man beim Bau von DOOM (2016) stand.

Mitgründer John Carmack äußerte sich öffentlich dazu und räumte ein, dass die Nachricht die Stimmung beim Gründertreffen auf der QuakeCon spürbar trüben dürfte. Ein bisschen bittersüß also, dass ausgerechnet in diesem Jubiläumsjahr die Feierlaune einen ziemlich handfesten Dämpfer bekommt.

Familientreffen: die Founders Reunion

Umso größer die Aufmerksamkeit für das seltene Panel am Samstag, bei dem John Carmack, John Romero, Adrian Carmack und Tom Hall gemeinsam auf die Bühne kommen, um über die frühen Tage des Studios, Freundschaften und die Innovationen zu sprechen, die die Branche bis heute prägen. Unter normalen Umständen wäre das schon ein Pflichttermin für jeden Retro-Fan – vor dem Hintergrund der Kürzungen bekommt es eben noch mal ein ganz anderes Gewicht.

Hardware-Flex: Nvidia, Mod-Contest & Co.

Auf der Hardware-Seite lässt sich Nvidia nicht lumpen: Über „Verified Priority Access IRL“ gibt’s RTX-50-FE-Karten direkt vor Ort zur UVP, bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass eine RTX 5090 auf dem freien Markt Berichten zufolge inzwischen bei rund 4.300 US-Dollar liegt. Wer nicht selbst in Texas steht, kann sich beim separaten Nvidia-Livestream am Samstag, den 8. August, um 11 Uhr PT (20 Uhr deutscher Zeit) Chancen auf Giveaways sichern.

Dazu läuft wieder der beliebte Mod-Contest mit einem Preispool von 10.000 US-Dollar – noch mehr als im Vorjahr –, bei dem die besten selbstgebauten und gemoddeten PCs mit RTX-50-Grafikkarten belohnt werden. Wer sich lieber an Skill-Challenges rund um Quake III Arena RTX Remix oder die Erweiterung „Revelations“ zu DOOM: The Dark Ages versucht, kann sich RTX-5070-FE-Karten erspielen.

Einfluss von Quake auf andere Games über die letzten 30 Jahre

Was auch gern vergessen wird ist wieviel Einfluss die Jungs und Mädels um Quake auf die Gaming Szene im Ganzen hatten. Thema „Technologie, die die Welt verändert hat“: Wenn wir heute über Grafik-Engines sprechen, landen wir meistens bei der Unreal Engine 5. Aber wisst ihr eigentlich, wer das Fundament für fast den gesamten Ego-Shooter-Bereich der letzten drei Jahrzehnte gelegt hat? Richtige Nostalgie-Kicker: Die Quake-Engine!

Als John Carmack und id Software 1996 Quake raushauten, war das nicht einfach nur ein weiteres Ballerspiel, es war ein technologischer Urknall. Echte 3D-Polygon-Modelle statt flacher 2D-Sprites, echte räumliche Daten, Mouselook, dynamische Lichtquellen (später mit GLQuake auch hardwarebeschleunigte 3D-Grafik) und natürlich die Geburt der modernen Multiplayer-Kultur über Netzwerke.

Das Verrückte ist aber, was nach Quake passierte: id Software war so cool, den Quellcode ihrer Engines nach ein paar Jahren unter der GPL-Lizenz freizugeben. Aus der Quake-Engine (id Tech 2 & 3) sprossen daraufhin ganze Gaming-Dynastien:

  • Gaben & Valve: Gabe Newell schnappte sich die Quake-Engine, modifizierte sie stark zur GoldSrc-Engine und erschuf damit Half-Life aus dessen Mod-Szene wiederum Counter-Strike y Team Fortress hervorgingen.
  • Die Source- & IW-Engines: GoldSrc wurde zur Source Engine (Half-Life 2, Portal, CS:GO). Gleichzeitig nutzte Infinity Ward die Quake III Arena-Engine als Basis für Call of Duty (aus der die heutige IW Engine entstand).
  • Weitere Klassiker: Ob Return to Castle Wolfenstein, Medal of Honor: Allied Assault, Star Wars Jedi Knight II: Jedi Outcast o Soldier of Fortune, sie alle tragen die Quake-DNA in ihren Genen.

Wenn du also heute eine Runde Contraataque 2, Call of Duty: Warzone o Leyendas de Apex zockst, spielst du im Grunde immer noch auf den weit entfernten Ur-Ur-Enkeln einer Zeile Code, die John Carmack Mitte der 90er in die Tasten gehackt hat. Esto nenn ich mal nachhaltige Software-Architektur!

Mehr als Pixel: Merch und ein Brettspiel

Auch abseits von Bildschirmen tut sich was: Die id Signature Series bekommt Zuwachs mit dem „Lost Souls“-Shirt von Alejandro Mirabal, dem „Komodo“-Shirt von Colin Geller und dem „Demons“-Hoodie von Gavin Manners, erhältlich sowohl vor Ort als auch im offiziellen Bethesda Gear Store. Und für alle, die lieber am Tisch statt am PC zocken: Mit „Quake: The Board Game“ kündigt Archon Studios einen kooperativen Dungeon-Crawler an, bei dem klassische Quake-Waffen und Power-ups gesammelt und Gegner über ein kartenbasiertes Aktionssystem ausgetrickst werden, natürlich inklusive optionalem Deathmatch-Modus für alle, die auch am Spieltisch nicht kooperieren wollen.

TL:DR

30 Jahre Quake, 30 Jahre QuakeCon, eine neue kostenlose Kampagne, ein seltenes Gründertreffen und ein ordentlicher Batzen Hardware-Deals. Man kann wohl sagen auf dem Papier ist das ein Jubiläum nach Fan-Wunsch. Dass die Feier gleichzeitig im Schatten handfester Stellenstreichungen stattfindet, macht das Ganze aber komplexer, als es die 19 neuen Maps allein vermuten lassen.

Wer einfach nur zocken will: „Dawn of the Machine“ ist schon jetzt kostenlos für alle Besitzer verfügbar, ganz ohne Anreise nach Texas. Also raus mit der Shotgun, rein in die Schleife.


Fuentes: ComputerBase | Bethesda | PC Gamer | TechTimes | Heise